Logopädie für Kinder und Jugendliche
Im Gegensatz zu Erwachsenen entschließen sich Kinder und Jugendlichen nicht selbst für eine Therapie. Diese Entscheidung treffen meist ihre Erziehungsberechtigten in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Insofern liegt die Motivation für therapeutische Interventionen und häusliches Üben zunächst außerhalb der Kinder. Handpuppen und die Zauberkunst können ein nützliches Hilfsmittel und einen intensiven Antrieb darstellen.
Zitat Anna, 4,6 Jahre (Rhotazismus):
„Ich habe extra für Rudi (Name der Handpuppe) das /r/ geübt.“
Und Anna war sehr stolz, als sie Rudi mit seinem Namen begrüßen konnte.
Zu mir kommen Kinder mit Beginn des Sprechalters bis zum Alter von 18 Jahren. Dabei reichen die Störungsbilder von Late-Talkern, Aussprachestörungen im phonetisch-phonologischen Bereich, lexikalische und grammatische Störungen, pragmatische Störungen, Redeflusstörungen wie Stottern und Poltern bis hin zu Mutismus, verbalen Entwicklungs-Dyspraxien... bis zu Kindern mit besonderem Bedarf mit Chromosomenanomalien wie z.B. Trisomie 21 und dem autistischen Spektrum.
Außerdem werden Kinder und Jugendliche vom Kieferorthopäden geschickt, oft wegen fehlender korrekter Zungenruhelage und / oder eines falschen Schluckmusters.
Wichtig vor der Therapie
Die Dauer einer Einheit beträgt in der Regel 45 Minuten, kann aber auch 30 Minuten oder 60 Minuten betragen.
Die Frequenz kann von einmal wöchentlich bis dreimal wöchentlich sein.
Angaben über die Therapiedauer sind im Vorfeld meist schwierig zu machen, da dies vom Alter der Kinder, ihrer Motivation, dem Störungsbild, der Bereitschaft zum häuslichen Üben u.a. abhängt.
Dies alles steht zunächst in der Heilmittelverordnung, die der Arzt ausstellt und die zum ersten Termin mitgebracht werden muss.
Meist werden pro Heilmittelverordnung zehn Therapieeinheiten ausgestellt.
Die Heilmittelverordnung darf nicht älter als 28 Tage sein, sonst verliert sie ihre Gültigkeit.
Mögliche Störungsbilder
Late Talker
Kinder, die mit 24 Monaten weniger als 50 Wörter sprechen und/oder keine Zweiwortsätze bilden.
Phonetische Störungen
Artikulationsstörungen, die sich auf die Artikulation von Lauten bezieht. Die Aussprache von Lauten und Lautverbindungen misslingt aufgrund von sprechmotorischen Problemen.
Häufige phonetische Störungen sind:
verschiedene Formen des Sigmatismus = Fehlbildung des Lautes /s/.
Rhotazismus = Artikulationsstörung des Lautes /r/
Schetismus = Fehlbildung des Lautes /sch/
Kappazismus = der Laut /k/ ist betroffen
Gammazismus = der Laut /g/ ist betroffen
Lamdazismus = der Laut /l/ ist betroffen
Phonologische Störungen:
Der systematische Gebrauch der Laute: Häufige Störungen sind die Auslassung finaler Konsonanten und/oder unbetonter Silben. Silbenwiederholungen, Auslassung unbetonter Silben, Vereinfachungen (Reduktion) oder Hinzufügungen von Lauten u.a.
Semantisch-lexikalische Störungen: Wortschatzdefizite, Einschränkungen des rezeptiven und expressiven Wortschatzes, Wortfindungsstörungen (in der Muttersprache).
Grammatische Störungen = Dysgrammatismus:
Grammatische Regeln werden bei der Bildung von Sätzen und der Beugung von Wörtern falsch angewendet oder fehlen (in der Muttersprache).
Pragmatische Störung:
Pragmatisch-kommunikative Fähigkeiten betreffen im Großen und Ganzen den Sprecherwechsel, indirekte Sprachverwendung, Ironie, Witz und Humor, Erzählfähigkeit und die nonverbale Kommunikation (Gestik, Mimik, Körperhaltung). Bei der Diagnostik muss das Alter entwicklungsgemäß berücksichtigt werden.
Redeflussstörungen:
Auffälligkeiten beim Sprechen, entweder zu schnell oder zu langsam, Lautwiederholungen oder das Steckenbleiben im Wort. Dazu zählen Stottern und Poltern:
Stottern bedeutet das Steckenbleiben im Redefluss und zeigt sich durch Wiederholungen von Lauten und Silben, Dehnungen von Lauten und Blockaden.
Poltern ist das schnelle und unregelmäßige Sprechen. Dadurch ist das Gesprochene undeutlich und schwer verständlich.
Mutismus:
auch elektiver Mutismus ist eine Kommunikationsstörung bei Kindern und Jugendlichen, die trotz weitgehend abgeschlossener Sprachentwicklung nicht sprechen oder nur mit ausgewählten Personen sprechen.
Verbale Entwicklungsdyspraxie: Trotz gesunder Sprechmuskulatur werden die Bewegungen, die für die Planung und Ausführung des Sprechens der Laute gebraucht werden nicht ausgeführt werden.
Falsche Zungenruhelageposition:
Bei der korrekten Zungenruhelage befindet sich der Zungenrücken bei geschlossenem Mund am Gaumen. Durch ein Muskelungleichgewicht, offene Mundhaltung mit Atmung durch den Mund oder Fehlstellungen des Kiefers kann die Zunge in Ruhestellung in falscher Position verharren. Dies kann zu Artikulationsstörungen, Kieferschmerzen u.a. führen.
Viszerales Schluckmuster:
Die Zunge drückt beim Schlucken gegen die Frontzähne oder schiebt sich zwischen die Vorderzähne. Beim korrekten Schlucken sollte die Zunge keinen Kontakt zu den vorderen Zähnen haben.
Unterstützte Kommunikation (UK):
Kommunikationsformen, die Menschen mit schwer verständlicher, begrenzter oder fehlender Lautsprache unterstützen. Hierzu zählen körpereigene Kommunikationsformen ohne externe Hilfsmittel wie z.B. der Einsatz von Gesten, Mimik, Gebärden und Handzeichen, sowie körperferne Kommunikationsformen wie z.B. elektronische und nichtelektronische Kommunikationshilfen.
Adresse
Sie finden die Praxis in der
Bernauerstraße 6
85567 Grafing
Praxiszeiten
Üblicherweise ist meine Praxis folgendermaßen geöffnet:
Montag bis Donnerstag
9.00 Uhr - 18.00 Uhr
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Während der bayerischen Schulferien können die Öffnungszeiten abweichen.
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